Berechtigungen

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Hinweis bei der Installation über den Google Play Store, dass Berechtigungen angefragt werden, wenn sie benötigt werden
Anfrage von Google Chrome, ob auf die Kamera zugegriffen werden darf.
Das Berechtigungssystem ist eine zentrale Sicherheitsfunktion in Android. Es schafft Transparenz für den Benutzer und erschwert es schädlichen Apps, Zugriff auf Geräte-Funktionen zu nehmen, die vom Benutzer nicht erlaubt wurden.

Da Android in der Basis auf den Linux-Kernel aufsetzt, kann man auch im Berechtigungssystem Ähnlichkeiten zwischen Android und anderen Linux-Distributionen erkennen. So besitzt auch Android Gruppen und Benutzer, die allerdings in einem anderen Zusammenhang als üblich verwendet werden.

Berechtigungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Berechtigungen auf einzelne Systemressourcen (wie bspw. die Kamera, dem externen Speicher o.Ä.) werden vom Kernel anhand der Gruppen- und Benutzerzugehörigkeit eines Prozesses ermittelt. Fordert ein Prozess den Zugriff auf eine bestimmte Ressource an, wird geprüft, ob der Benutzer - oder die dem Benutzer zugeteilten Gruppen - die Berechtigung besitzt, auf diese Ressource zuzugreifen. In Android werden i.d.R. alle Rechte über die Gruppen eingestellt.

Die Zugehörigkeit zu Gruppen bestimmt der Entwickler einer App über spezielle Berechtigungen, die er bei der Erstellung der App in die Konfigurationsdatei AndroidManifest.xml eintragen muss. Unter den Berechtigungen (eine Liste ist hier zu finden) sind wiederum verschiedene Gruppen zusammengefasst, wodurch festgelegt wird, welcher Zugriff durch welche Berechtigung gewährt wird. Diese Zuordnung der Gruppen zu den einzelnen Berechtigungen wird in einer XML-Datei auf der /system-Partition festgehalten (/system/etc/permissions/platform.xml).

Zuweisung von Rechten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Zuweisung von bestimmten Rechten für eine App wird grundsätzlich bei der Installation vorgenommen. Hierfür bekommt jede App einen eigenen, neuen Benutzer mit einer neuen und eindeutigen Benutzer-ID angelegt und permanent zugewiesen. Anhand der angeforderten Berechtigungen des Entwicklers kann diesem Benutzer eine Reihe von Gruppen zugewiesen werden, die unter der jeweils angeforderten Berechtigung zusammengefasst wurden. Somit bekommt der Benutzer, unter welcher ID die App später ausgeführt wird, ausschließlich den bei der Installation zugewiesenen Zugriff.

Klassifizierung/Gruppierung von Berechtigungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Android werden grundsätzlich zwei Gruppen von Berechtigungen unterscheiden, normale und gefährliche Berechtigungen.[1]

Normale Berechtigungen sind Berechtigungen zu Bereichen und/oder Ressourcen des Systems außerhalb der Sandbox, in welcher die App ausgeführt wird. Es besteht generell ein geringes Risiko für die persönlichen Daten des Benutzers, sowie die Funktionalität des Systems. Ein Beispiel für eine solche Berechtigung ist das Setzen der Zeitzone. Wenn eine App deklariert, dass es eine solche Berechtigung benötigt, wird diese grundsätzlich automatisch vom System gebilligt. Eine Liste von Berechtigungen, die als normal eingestuft sind, ist auf der Android Developer-Seite zu finden.

Bei einer gefährlichen Berechtigung besteht im Gegensatz die Möglichkeit, auf Daten oder Ressourcen zuzugreifen, die die persönlichen und/oder gespeicherten Daten des Nutzers betreffen, bspw. der Zugriff auf die im System gespeicherten Kontakte. Wenn eine App eine solche Berechtigung erfordert, muss dies grundsätzlich durch den Benutzer in einem Dialogfenster bestätigt werden.

Zudem sind die Berechtigungen, die als gefährlich eingestuft wurden, in Gruppen von Berechtigungen zusammengefasst. So ist zum Beispiel die Berechtigung zum Lesen von Kontakten (READ_CONTACTS) mit den Berechtigungen Erstellen/Ändern/Löschen von Kontakten (WRITE_CONTACTS) und Zugriff auf die Konten (Google, Mail, ...), GET_ACCOUNTS, zu der Berechtigungsgruppe CONTACTS zusammengefasst. Erfordert eine App Zugriff auf eine spezielle Berechtigung, die in einer Berechtigungsgruppe organisiert ist, wird der Nutzer im Berechtigungsdialog allgemein gefragt, ob er der App Zugriff auf diese Berechtigungsruppe geben möchte, oder nicht. Hat der Nutzer diese Nachfrage bestätigt und erfragt die App eine andere Berechtigung der selben, bereits gewährten, Berechtigungsgruppe, wird dieser vom System automatisch stattgegeben.

Beispiel: Die App Beispiel erfordert die Berechtigung GET_ACCOUNTS beim Start. Hierbei wird der Nutzer gefragt, ob er der App Zugriff auf die Kontakte geben möchte oder nicht, welche der Nutzer zustimmt. Bei einer weiteren Aktion in der App erfragt die App den Zugriff, die Kontakte lesen zu dürfen (READ_CONTACTS). Anstelle den Nutzer erneut nach der Berechtigung zu fragen, stimmt das System dieser Anfrage automatisch zu, obwohl diese explizite Berechtigungsanforderung noch nicht durch den Benutzer zugestimmt wurde; die Zustimmung zu der Gruppe reicht aus, um der App alle darin befindlichen Berechtigungen zu gewähren.

Berechtigungen ab Android 6.0 Marshmallow[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Android M Release (6.0 Marshmallow "Marshmallow") hat Google eine geänderte Struktur für die Anforderung und Gewährung von spezifischen Berechtigungen implementiert. Anstelle alle möglichen Berechtigungen, die eine App ggf. benötigen könnte, vor der Installation vom Nutzer bestätigen zu lassen und diese anschließend zu gewähren, unabhängig davon, ob die Basisfunktion auch ohne ein spezifisches Recht ausgeführt werden könnte, wird jede Berechtigung erst dann beim Nutzer eingefordert, wenn diese tatsächlich benögt wird, also bspw. eine entsprechende Funktion in der App aufgerufen wird.[2] Dies hat den Vorteil, dass ein App-Entwickler auch Funktionen als Zusatz in eine App implementieren kann, ohne den Nutzer bei der Installation durch verwirrend klingende Berechtigungsanfragen zu verunsichern. Für den Nutzer bietet sich der Vorteil, das er theoretisch nicht alle Berechtigungen bestätigen muss (mit der Möglichkeit, dass die App nicht korrekt funktioniert) und zudem während der Berechtigungsanfrage besser abschätzen kann, ob die App diese spezifische Berechtigung für die Funktion tatsächlich benötigt. Ein Nachteil ist, dass der Nutzer bei der Installation (über den Google Play Store) nicht mehr erkennt, welche Berechtigungen die App möglicherweise benötigen könnte.

Berechtigung einschränken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab Android 4.3 Jelly Bean "Jelly Bean" ist die versteckte Funktion App Ops in das System integriert, die es dem Nutzer erlaubt, die Berechtigungen einer App nachträglich zu verändern. Zur Verwendung wird allerdings eine Drittanbieter-App, sowie ab Android 4.4.2 KitKat "KitKat" Root, benötigt. In früheren Android-Versionen ist eine solche Funktion von Haus aus allerdings nicht vorhanden.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Requesting Permissions | Android Developers. In: developer.android.com. Abgerufen am 21. März 2017 (deutsch).
  2. App-Berechtigungen ab Android 6.0 verwalten - Google Play-Hilfe. In: support.google.com. Abgerufen am 3. Februar 2016.